„Aller Anfang ist schwer“, erinnert sich Hakan an seine Ankunft in Deutschland. Damals konnte er kein Deutsch und musste sich die Sprache erst einmal in Kursen erarbeiten. Dabei lernte er zwar bald das Leseverstehen, aber es mangelte ihm an Sprachpraxis. Bei seiner Suche nach einer Gesprächsmöglichkeit, stieß er über eine Instagram-Anzeige auf Little World und meldete sich gleich an.
Sabine hingegen wurde über ihren Arbeitgeber Accenture, mit dem Little World hinsichtlich Corporate Volunteering kooperiert, auf die Gesprächspartnerschaften zwischen Deutschlernenden und Muttersprachler:innen aufmerksam. „Mein Arbeitsalltag ist stark durchgetaktet“, so die Münchnerin. „Aber die halbe Stunde kann ich mir doch nehmen.“ Also meldete auch sie sich an und wurde mit Hakan gematcht.
Kreative Prüfungsvorbereitung
Seit Januar 2026 sprechen die beiden nun miteinander und empfinden dies als ungemein bereichernd. Vor dem ersten Treffen waren beide aufgeregt und wussten nicht, was sie erwarten sollten. „Aber Sabine ist eine super Sprachpartnerin“, freut sich der 35-jährige Türke. „Sie ist sehr geduldig und wir haben viele verschiedene Gesprächsthemen.“ Auch Sabine macht der Austausch Spaß. „Wir haben gleich am Anfang abgesprochen, ob und wie ich Hakan korrigieren soll“, erzählt die 56-Jährige. „Ich will ihn ja nicht dauernd unterbrechen. Es geht ja vor allem darum, zum Sprechen zu ermutigen und die Scheu davor zu verlieren, dass man Fehler macht “
Schnell haben sich die beiden aufeinander eingestellt. Da Hakan sich auf seine B2-Prüfung vorbereitete, hat Sabine mit ihm auch Prüfungsthemen und -situationen geübt. „Dabei ging es oft ums Berufsleben“, erinnert sich Sabine. Wie macht man Smalltalk mit Kollegen? Wie präsentiert man ein Thema auf Deutsch? Kreativ wurden die beiden beim Simulieren von Krisensituationen am Arbeitsplatz. „Beim Gespräch über Tierchen im Mehl beim Bäcker haben wir das einfach mal weitergesponnen und uns kaputtgelacht.“
Ein besseres Miteinander
Ein anderer lustiger Moment war, als die Muttersprachlerin zunächst nicht verstand, wo sich ihr Gesprächspartner befindet. Was für sie nach „Türkei in Bayern“ klang, entpuppte sich schließlich als die Stadt Türkheim. Zuvor hatte er in Memmingen gewohnt, wo er auch im Tischtennisverein aktiv war. „Ich will hier auch wieder in einen Sportverein“, sagt Hakan. Dort bekommt er mehr Gelegenheit zum Deutsch Reden. Bislang kann er das in Türkheim nur mit den Eltern der Mitschüler:innen seiner Tochter tun. Und eben mit Sabine.
„Little World ist ein toller erster Schritt für Menschen, die hierher kommen und nicht wissen, wie sie mit Deutschen in Kontakt kommen sollen “, findet die Bayerin. „Ein besseres Miteinander, Offenheit und Zugewandtheit, das ist doch genau das, was wir heute in der Gesellschaft brauchen.“ Hakan beschreibt es so: „Little World ist wie ein Mosaik aus Menschen aus verschiedenen Ländern, in dem sie zusammenkommen, sich kennenlernen und ihre Geschichten und Kulturen miteinander teilen können. Wir müssen miteinander sprechen, um uns besser zu verstehen.“
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