Foto von Rainer mit Bart und Kappe

Für ein harmonisches Miteinander

„Seit ich hier auf Little World mit anderen Deutsch spreche, habe ich keine Angst mehr, Gespräche zu führen“, erzählt Mert (Name geändert). Der 45-jährige Türke ist erst seit ein paar Monaten bei Little World und wurde mit Rainer gematcht. Der 57-jährige Lübecker hat noch einen weiteren syrischen Gesprächspartner. Mert wiederum ist in den Gruppengesprächen sehr aktiv.

„Unsere Treffen dauern meistens so eine halbe Stunde“, berichtet Rainer, „wir haben aber auch schon über eine Stunde lang miteinander geredet.“ Die Themen gehen den beiden dabei nicht aus. „Wir sprechen über unseren Alltag, über die Familie, aber auch über Sprachfragen“, sagt Mert. Neulich gab es auch Probleme mit seinem Auto, bei denen ihm Rainer mit Rat zur Seite stehen konnte.

Viele tolle Gespräche

„Ich lebe seit vier Jahren in Deutschland“, erzählt Mert, „und ich gebe mir viel Mühe, die Sprache zu lernen. Dadurch kenne ich viele Wörter, benutze sie aber nicht.“ Wenn er ein neues Wort oder eine Redewendung hört, die er noch nicht kennt, fragt er Rainer danach. Da wird es dann auch schon mal lustig, zum Beispiel, wenn es um Wörter wie „Kuddelmuddel“ geht, oder Ausdrücke wie „meine Festplatte ist voll“.

Rainer ist selbständiger Gebäudeenergieberater. Er hat Little World zufällig im Internet entdeckt, auf der Website gestöbert und sich angemeldet. „Es ist schön, wenn ich Menschen helfen kann, die neu ins Land kommen“, findet er. „Da entstehen viele tolle Gespräche und jeder lernt etwas über die Kultur des anderen.“ Er findet es gerade in diesen Zeiten wichtig, sich für ein harmonisches Miteinander zu engagieren.

Echte Gesprächspartner

Dass Mert, der in der Türkei als Mathematiklehrer tätig war, hier nicht auch als vollwertiger Lehrer übernommen wird, versteht Rainer nicht. Bisher arbeitet Mert als Hilfslehrer an einer Grundschule. Er hatte gezielt nach einer Möglichkeit gesucht, online die deutsche Sprache mit einem echten Gesprächspartner zu üben. Auf der Suche nach einem Gesprächspartner war er zunächst auf die Sprachbrücke Hamburg gestoßen und dort auf Little World aufmerksam geworden. 

„Es ist einfach super, wenn man müde von der Arbeit heimkommt, dass man nicht nochmal los muss, um jemanden zu treffen“, seufzt Mert. „Aber vom Sofa zuhause aus online gehen, das ist viel leichter.“ In der Türkei hatte er ein gutes Leben gehabt, musste dann aber aus politischen Gründen seine Heimat verlassen. Hier muss er nun sein ganzes Leben neu aufbauen. „Ich möchte mich in die Gesellschaft integrieren“, sagt er. Deshalb ist er Rainer und Little World sehr dankbar: „Das kann man nicht mit Worten beschreiben.“

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Annette
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