„Little World hat mir Hoffnung gemacht, dass es auch anders geht“, freut sich Ismail. Bis dahin hatte der 36-jährige Syrer fast ausschließlich negative Erfahrungen in Deutschland gemacht. Doch dann wurde er bei Little World mit Maike verbunden und stellte fest: „Es gibt doch nette Leute hier, die mir zeigen, dass wir bleiben können.“
Für die 29-jährige Aachenerin ist die Gesprächspartnerschaft mit Ismail schon die fünfte bei Little World. „Ich finde es wichtig, sich selbst ein Bild zu machen, statt nur über Social Media und Fernsehen.“ Seit Anfang Februar 2026 sprechen die beiden miteinander. „Ich hatte schon zwei Jahre Deutsch an der Sprachschule gelernt“, erzählt der Maschinenbauingenieur, „aber da gab es keine Muttersprachler, mit denen ich richtige Gespräche führen konnte.“ Hinzu kamen Erfahrungen mit Rassismus bei Behörden, mit Nachbarn oder in der Schule seines Sohnes. „Jetzt gehe ich manchmal ins Sprachcafé, aber das ist nicht so gut wie die Gespräche bei Little World.“
Mehr über die Kultur des anderen erfahren
Maike ist auf der Website der Stadt Aachen bei der Suche nach einem digitalen Ehrenamt auf Little World gestoßen. „Ich bekomme Erwerbsminderungsrente und wollte etwas zurückgeben, aber auch nette Leute kennenlernen“, beschreibt sie ihre Motivation. „Little World hat meine Erwartungen dabei sogar übertroffen“, sagt die studierte Gamerin und 3D-Animateurin. „Ich kann anderen helfen, aber eben nicht als Lehrerin, und ich lerne neue Kulturen kennen.“
Bei ihrem Austausch unterhalten sich Maike und Ismail gern über Musik. „Sie hat mir auch Musik geschickt“, verrät er. Die beiden sind nicht nur während ihrer 30- bis 40-minütigen Gespräche bei Little World in Kontakt, sondern haben sich auch auf Whatsapp und Instagram vernetzt. Als Maike eine Dokumentation über Frauen im Mittleren Osten gesehen hatte, konnte sie sich bei Ismail weiter dazu informieren. Sie unterhalten sich über kulturelle Besonderheiten, wie man Feste feiert, oder einfach über Filme und Serien. Gleichzeitig kann Ismail dabei sein Deutsch verbessern.
„Das hat meine Sicht auf Deutschland verändert“, bedankt sich der Syrer. „Vorher habe ich nur schwarz gesehen, jetzt habe ich einen Silberstreif am Horizont. Manche sind so, manche so. Ich sollte einfach mehr Kontakt mit denen haben, die uns akzeptieren.“
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